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	<title>Comments on: .. ..</title>
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	<description>Neue Musik trifft neue Poesie</description>
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		<title>By: admin</title>
		<link>/irgendwo-muss/comment-page-1/#comment-34</link>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 21:55:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&lt;p&gt;Gershom Scholem in einem Offenen Brief an Hans Joachim Schoeps vom 15.8.1932 
 
&quot;Die Offenbarung, und diese tiefe alte und tiefe Wahrheit kommt in Ihrer  Schrift zu kurz, wie sie es schon bei Steinheim kam - die Offenbarung  ist bei aller Einmaligkeit doch ein MEDIUM. Sie ist als Absolutes,  Bedeutung-Gebendes, aber selbst Bedeutungsloses das DEUTBARE, das erst  in der kontinuierlichen Beziehung auf die Zeit, in der Tradition sich  auseinanderlegt. 
 
Das Wort Gottes in seiner absoluten, symbolischen Fülle wäre, wenn  anders es zugleich auch UNMITTELBAR (undialektisch) bedeutend wäre,  zerstörend. Nichts nämlich - und die Dialektik dieses Sachverhalts, in  der die Idee der mündlichen Thora gründet, finde ich in ihrer Schrift  noch nicht erkannt - ist, auf historische Zeit bezogen, mehr einer  Konkretisation bedürftig als eben die (um ihre Worte zu benutzen)  absolute Konkretheit des Offenbarungswortes. 
 
Ist doch das absolut Konkrete das Unvollziehbare schlechthin, dessen  Absolutheit eben seiner unendlichen Spiegelung in den Kontingenzen des  Vollzugs bedingt. Hier erst wird es, mit dem Index der Anwendbarkeit  versehen, dessen das Absolute entbehrt, der MENSCHLICHEN Tat als  Konkretes auch ergreifbar. Die STIMME, die wir vernehmen, das ist das  Medium, in DEM wir leben, und wo sie das nicht ist, da ist sie hohl und  nimmt den Charakter des Gespenstischen an, in dem das Wort Gottes nicht  mehr wirkt, sondern - und sei es auch in Dogmen - umgeht. ... 
 
Die Anwendbarkeit des absoluten Wortes - um dieses Problem, das ich das  der BLENDUNG nenen möchte, die von der Offenbarung ausgeht, kann keine  biblische Theorie (die nicht umsonst im Judentum nie existiert hat) uns  herumführen, und wer die Stimme vernimmt, von der schon die Kabbalisten  gesagt haben, dass sie Offenbarung und Erlösung in einem ist, muss auch  den Weg zurückzulegen suchen, der in ihr zwischen diesen beiden Polen  führt. Das Residium der Stimme, als welches im Judentum die Tradition in  ihrer schöpferischen Entwicklung ist, kann nicht von ihr getrennt werden  (..).&lt;/p&gt;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gershom Scholem in einem Offenen Brief an Hans Joachim Schoeps vom 15.8.1932 </p>
<p>&#8220;Die Offenbarung, und diese tiefe alte und tiefe Wahrheit kommt in Ihrer  Schrift zu kurz, wie sie es schon bei Steinheim kam &#8211; die Offenbarung  ist bei aller Einmaligkeit doch ein MEDIUM. Sie ist als Absolutes,  Bedeutung-Gebendes, aber selbst Bedeutungsloses das DEUTBARE, das erst  in der kontinuierlichen Beziehung auf die Zeit, in der Tradition sich  auseinanderlegt. </p>
<p>Das Wort Gottes in seiner absoluten, symbolischen Fülle wäre, wenn  anders es zugleich auch UNMITTELBAR (undialektisch) bedeutend wäre,  zerstörend. Nichts nämlich &#8211; und die Dialektik dieses Sachverhalts, in  der die Idee der mündlichen Thora gründet, finde ich in ihrer Schrift  noch nicht erkannt &#8211; ist, auf historische Zeit bezogen, mehr einer  Konkretisation bedürftig als eben die (um ihre Worte zu benutzen)  absolute Konkretheit des Offenbarungswortes. </p>
<p>Ist doch das absolut Konkrete das Unvollziehbare schlechthin, dessen  Absolutheit eben seiner unendlichen Spiegelung in den Kontingenzen des  Vollzugs bedingt. Hier erst wird es, mit dem Index der Anwendbarkeit  versehen, dessen das Absolute entbehrt, der MENSCHLICHEN Tat als  Konkretes auch ergreifbar. Die STIMME, die wir vernehmen, das ist das  Medium, in DEM wir leben, und wo sie das nicht ist, da ist sie hohl und  nimmt den Charakter des Gespenstischen an, in dem das Wort Gottes nicht  mehr wirkt, sondern &#8211; und sei es auch in Dogmen &#8211; umgeht. &#8230; </p>
<p>Die Anwendbarkeit des absoluten Wortes &#8211; um dieses Problem, das ich das  der BLENDUNG nenen möchte, die von der Offenbarung ausgeht, kann keine  biblische Theorie (die nicht umsonst im Judentum nie existiert hat) uns  herumführen, und wer die Stimme vernimmt, von der schon die Kabbalisten  gesagt haben, dass sie Offenbarung und Erlösung in einem ist, muss auch  den Weg zurückzulegen suchen, der in ihr zwischen diesen beiden Polen  führt. Das Residium der Stimme, als welches im Judentum die Tradition in  ihrer schöpferischen Entwicklung ist, kann nicht von ihr getrennt werden  (..).</p>
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		<title>By: admin</title>
		<link>/irgendwo-muss/comment-page-1/#comment-33</link>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 21:52:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&lt;p&gt;... dunkle, tiefe, plötzlich mit einem Sprung um sich selbst gestellte  Stimme der Frau, wie die Seiten es fügen, von der weichen, weiten,  gedehnten Stimme des Mannes umschlossen, von dieser verästelt, unfertig  liegen gebliebenen Stimme, zwischen der das, was sie noch nicht zu  bedecken Zeit fand, hervorschaut. Vielleicht auch dies nicht. Vielleicht  aber gibt es irgendwo in der Welt einen Punkt, wohin diese zwei, überall  sonst aus der matten Verwirrung der alltäglichen Geräusche sich kaum  heraushebenden Stimmen wie zwei Strahlen schießen und sich ineinander  schlingen, irgendwo, vielleicht sollte man diesen Punkt suchen wollen,  dessen Nähe man hier nur an einer Unruhe gewahrt wie die Bewegung einer  Musik, die noch nicht hörbar, sich schon mit schweren unklaren Falten in  dem undurchrissenen Vorhang der Ferne abdrückt. Vielleicht dass diese  Stücke hier dann aneinander sprängen, aus ihrer Krankheit und Schwäche  hinweg ins Klare, Tagfeste, Aufgerichtete.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Robert Musil: Die Versuchung der stillen Veronika.&lt;/p&gt;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; dunkle, tiefe, plötzlich mit einem Sprung um sich selbst gestellte  Stimme der Frau, wie die Seiten es fügen, von der weichen, weiten,  gedehnten Stimme des Mannes umschlossen, von dieser verästelt, unfertig  liegen gebliebenen Stimme, zwischen der das, was sie noch nicht zu  bedecken Zeit fand, hervorschaut. Vielleicht auch dies nicht. Vielleicht  aber gibt es irgendwo in der Welt einen Punkt, wohin diese zwei, überall  sonst aus der matten Verwirrung der alltäglichen Geräusche sich kaum  heraushebenden Stimmen wie zwei Strahlen schießen und sich ineinander  schlingen, irgendwo, vielleicht sollte man diesen Punkt suchen wollen,  dessen Nähe man hier nur an einer Unruhe gewahrt wie die Bewegung einer  Musik, die noch nicht hörbar, sich schon mit schweren unklaren Falten in  dem undurchrissenen Vorhang der Ferne abdrückt. Vielleicht dass diese  Stücke hier dann aneinander sprängen, aus ihrer Krankheit und Schwäche  hinweg ins Klare, Tagfeste, Aufgerichtete.&#8221;</p>
<p> </p>
<p>Robert Musil: Die Versuchung der stillen Veronika.</p>
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